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Interviews

Energieversorgung braucht intelligente Lösungen

Dr. Peter Schley
Das SmartSim-Verfahren ist auf eine stabile IT-Infrastruktur angewiesen und wir wussten einfach, dass wir uns in dieser Hinsicht auf ADACOR verlassen können.

Die Brennwertverfolgung mit SmartSim ist ein innovatives Konzept zur Berechnung des Brennwertes in Verteilnetzen. Dr. Peter Schley von der E.ON Technologies GmbH erläutert im Interview die besonderen Anforderungen an die Entwicklung, beleuchtet Kernaspekte des Verfahrens und legt dar, weshalb die Wahl bei der Suche nach einem geeigneten Hosting-Anbieter auf Adacor fiel.

Das SmartSim-Verfahren ist auf eine stabile IT-Infrastruktur angewiesen und wir wussten einfach, dass wir uns in dieser Hinsicht auf ADACOR verlassen können.

BTS: Die E.ON Technologies GmbH ist eine Tochter der E.ON AG. Welche Aufgaben übernimmt das Unternehmen im Rahmen des Konzernverbundes und was ist die genaue Zielsetzung des Unternehmens?

Dr. Schley: In der E.ON Technologies GmbH ist u. a. die Koordinierung und Umsetzung der konzernweiten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gebündelt. Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind z. B. die Themen „dezentrale Energieerzeugung“ oder „intelligente Netze“ – sogenannte „Smart Grids“.

Was war der Anstoß für die Entwicklung des neuen Verfahrens zur Brennwertverfolgung durch die E.ON Technologies GmbH?

Wir beobachten bereits seit einigen Jahren, dass die Schwankungen der Gasqualität in unseren Verteilnetzen stetig zugenommen haben. Seit den letzten zwei bis drei Jahren kommen außerdem noch vermehrt Einspeisungen von Gasen aus regenerativen Quellen hinzu, z. B. Biogas und zukünftig - auf Basis des Power-to- Gas-Verfahrens - eben auch Wasserstoff. Vor diesem Hintergrund kommt der Brennwertermittlung an verschiedenen Punkten im Netz zukünftig eine tragende Rolle zu, denn sie bildet die Grundlage für eine exakte Abrechnung. Den genauen Brennwert an den Ausspeisestellen zu ermitteln, ist jedoch eine Herausforderung, die eine intelligente Lösung benötigt. Mit SmartSim haben wir versucht, eine solche Lösung zu entwickeln, die der zukünftigen Entwicklung Rechnung trägt. Begonnen haben wir mit der Entwicklung in 2010.

Wer profitiert von dem neuen Verfahren und worin bestanden die speziellen Herausforderungen im Rahmen der Verfahrensentwicklung?

Nutzer des Verfahrens sind vor allem die regionalen Netzbetreiber. Sie können durch den Einsatz von SmartSim zukünftig bei Biogaseinspeisungen auf die Zumischung mit Propan verzichten, wodurch erhebliche Kosten eingespart werden können. Wir sprechen hier pro Biogasanlage von Einsparungen im Wert von hunderttausend Euro und mehr. Eine besondere Herausforderung des Projektes bestand darin, dass in einem monatlichen Rhythmus innerhalb vergleichsweise kurzer Rechenzeit sehr große Datenmengen analysiert und verarbeitet werden müssen. Hierzu bedurfte es teilweise, z. B. für die Strömungsberechnung, völlig neuer Algorithmen, denn die Berechnungen sind derart komplex, dass man nicht auf bestehende Simulationsprogramme zurückgreifen konnte. Konkret muss man sich den Ablauf dann wie folgt vorstellen: Die Netzbetreiber machen monatlich eine Abrechnung und stellen Anfang des nächsten Monats die gesamten Daten auf einem Server zur Verfügung. Daraufhin wird rückwirkend für den vorangegangenen Monat die Simulationsrechnung durchgeführt und die Brennwerte an allen Ausspeisestellen als Monatsmittelwert berechnet.

Was unterscheidet das SmartSim-Verfahren von sogenannten Brennwertrekonstruktionssystemen, die sich für die Gastransportnetze etabliert haben?

Die Ein- und Ausgangsgrößen beider Systeme sind im Prinzip identisch. ein wesentlicher Unterschied besteht jedoch darin, dass anders als bei den Gastransportnetzen bei den regionalen Verteilnetzen in der Regel die ausgespeisten Mengen nicht gemessen werden. Hier, also im regionalen Verteilnetz, an allen Ausspeisestellen entsprechende Zähler zu installieren, wäre sehr aufwendig und extrem kostspielig. Das SmartSim-Verfahren schafft hier Abhilfe, indem es die Ausspeisemengen auf der Grundlage von Standardlastprofilen bestimmt, welche dann quasi als Ersatzwerte fungieren.

Wer war an dem Projekt beteiligt und wer hat welche Aufgaben übernommen?

Das Verfahren selbst wurde von der E.ON Technologies GmbH initiiert und entwickelt. Wir haben jedoch von Anfang an eng mit der ADACOR Hosting GmbH zusammengearbeitet, die uns für das Projekt die gesamte IT-Infrastruktur bereitgestellt hat. Ein erstes erfolgreiches SmartSim-Pilotprojekt führten wir gemeinsam mit einem regionalem Gas- und Stromnetzbetreiber, der E.ON Avacon in Niedersachen, durch.

Warum haben Sie sich für die ADACOR als Hosting-Anbieter entschieden und was schätzen Sie an der Zusammenarbeit mit ADACOR besonders?

Insbesondere im Bereich Feldtestanlagen hat E.ON bereits andere Projekte sehr erfolgreich gemeinsam mit ADACOR realisiert. Wir blicken also bereits auf eine langjährige gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ADACOR zurück. Das SmartSim-Verfahren ist auf eine stabile IT-Infrastruktur angewiesen und wir wussten einfach, dass wir uns in dieser Hinsicht auf ADACOR verlassen können. Außerdem schätzen wir den schnellen und zuverlässigen Support, die kurzen Kommunikationswege und dass uns bei Fragen oder Problemen stets ein direkter Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Wie sieht die Zukunft des neu entwickelten Verfahrens zu Brennwertverfolgung aus?

Aktuell starten wir neue Pilotprojekte mit weiteren Netzbetreibern, sowohl in Deutschland als auch im europäischen Ausland, insbesondere Dänemark und Schweden. In Dänemark kooperieren wir z. B. mit dem Danish Gas Technology Centre, denn hier wird in den nächsten Jahren eine große Anzahl von Biogaseinspeisungen erwartet. Deshalb versucht man, für Dänemark ein flächendeckendes Konzept für eine Brennwertverfolgung zu entwickeln.
Außerdem konzentrieren wir uns im Augenblick darauf, den gesamten Prozess zu standardisieren, sodass sich SmartSim zukünftig einfach und komfortabel in die IT-Infrastruktur des jeweiligen Netzbetreibers integrieren lässt. Auch hierfür sammeln wir in unseren Pilotprojekten natürlich wichtige Erfahrungen.

Einen Hintergrundbeitrag zu "SmartSim – Brennwertverfolgung in Verteilnetzen" finden Sie in unserem Blog.

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Kiki Radicke
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