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Interviews

E-shelter: Spezialist für hochverfügbare Rechenzentren

Wendelin Meyer-Mölck Geschäftsführer Vertrieb
Die Kunden, die bei uns ihre IT betreiben, betreiben ihr Kerngeschäft auf diesen Rechnern. Sie sind darauf angewiesen, dass diese Infrastruktur rund um die Uhr verfügbar ist.

Adacor betreibt ihre Server und Netzwerkkomponenten sicher in den Rechenzentren von e-shelter und Interxion. RZ-Hauptstandort ist das E-shelter-Gelände in Frankfurt, wo das mittelständische Immobilien-Spezialunternehmen mit 60.000 qm RZ-Fläche Europas größten Campus für hochverfügbare Umgebungen geschaffen hat.

Die Kunden, die bei uns ihre IT betreiben, betreiben ihr Kerngeschäft auf diesen Rechnern. Sie sind darauf angewiesen, dass diese Infrastruktur rund um die Uhr verfügbar ist.

Das Redaktionsteam von Adacor Behind The Scene hat einen Blick hinter die Kulissen der High-Tech-Welt im Rechenzentrum geworfen und mit Wendelin Meyer-Mölck, Geschäftsführer Vertrieb bei E-shelter, über hochverfügbare Rechenzentren, das Erfolgsrezept von E-shelter und die Trends im Markt gesprochen.

BTS: E-shelter konzentriert sich auf die drei Kernbereiche „Bauen, Planen und Betreiben von hochverfügbaren Rechenzentren“. Was macht für Sie ein hochverfügbares Rechenzentrum aus?

W. Meyer-Mölck: Ein hochverfügbares Rechenzentrum, wie das von E-shelter, ist praktisch immer verfügbar. Wir tun alles Erforderliche, um unseren Kunden größtmögliche Ausfallsicherheit zu gewährleisten. Die Kunden, die bei uns ihre IT betreiben, betreiben ihr Kerngeschäft auf diesen Rechnern. Sie sind darauf angewiesen, dass diese Infrastruktur rund um die Uhr verfügbar ist.

BTS: Wie können Sie eine derart hohe Ausfallsicherheit garantieren?

W. Meyer-Mölck: Durch das Zusammenspiel verschiedener technischer, prozessoraler und menschlicher Komponenten.

BTS: Welche technischen Bestandteile unterscheiden Sie?

W. Meyer-Mölck: Stromversorgung, Kühlung und Sicherheit.

BTS: Was macht die Ausfallsicherheit Ihrer Stromversorgung aus?

W. Meyer-Mölck: Wir beziehen unseren Strom direkt von dem europäischen Nord- und Südstromnetz. Damit übernimmt E-shelter die Rolle des Energieversorgers. Mittels eigener Transformatoren wandeln wir den Strom aus dem Hochspannungsnetz auf die Mittelspannungsebene um. In unseren Rechenzentren ist der Strom bisher noch nicht ausgefallen.

BTS: Was ist das technisch Besondere an Ihrem Kühlungssystem?

W. Meyer-Mölck: Das Kühlungssystem von E-shelter ist ringförmig aufgebaut. Dadurch können wir Wartungsarbeiten im laufenden Betrieb durchführen. Währenddessen läuft die Kühlung normal weiter. Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass wir das Kühlwasser außerhalb der Rechnerflächen vorhalten. Unsere Kühltechnik steht in sicheren Klimaspangen. Wassereinbrüche, die in älteren Rechenzentren oft passieren, gibt es bei uns nicht.

BTS: Hochverfügbarkeit und Sicherheit. Wie bringen Sie diese Punkte zusammen?

W. Meyer-Mölck: Wir nennen das prozessbezogenes Sicherheitsmanagement, das heißt technische und organisatorische Maßnahmen greifen stets ineinander. So setzen wir in sicherheitsrelevanten Bereichen nur festangestellte, sicherheitsüberprüfte Mitarbeiter ein. Die physische Sicherheit basiert auf einem 7-stufigen Sicherheitskonzept, das von unserem Sicherheitspersonal umgesetzt wird. Darüber hinaus betreiben wir eine eigene Notfall- und Serviceleitstelle, die alle Abläufe für Zutritts-, Alarm- und Notfallmanagement koordiniert. Überwacht wird die technische Sicherheit dabei über ein intelligentes Gefahrenmelde- und Gebäudemanagementsystem.

BTS: Welche weiteren Komponenten zeichnen Ihre RZ-Standorte in Sachen Hochverfügbarkeit aus?

W. Meyer-Mölck: Alle Rechenzentren verfügen über eine herausragende Telekommunikationsanbindung. An unseren Standorten sind alle großen Carrier präsent. Zusätzlich sind wir auf dem Campus in Frankfurt direkt an den weltweit größten Internetaustauschknoten DE-CIX angeschlossen und darüber auch mit allen großen weltweiten Internetaustauschpunkten wie AMS-IX, LINX oder NYIIX verbunden.

BTS: Wer sind Ihre Kunden, die so viel Hochverfügbarkeit und Ausfallsicherheit brauchen?

W. Meyer-Mölck: Zu unserer Schwerpunktklientel zählen Banken, Versicherungen, Finanz- und IT-Dienstleister, Telekommunikationsunternehmen, der öffentliche Sektor sowie Großkonzerne. Die Größe des Unternehmens spielt dabei keine Rolle. Ob Kleinunternehmen, Mittelständler oder Konzern, bei uns erhält jedes Unternehmen die passende RZ-Lösung.

BTS: Das heißt, Sie bieten jedem Kunden ein auf ihn zugeschnittenes Leistungspaket?

W. Meyer-Mölck: Ja. Das spiegelt sich in unserer Produktvielfalt wieder. Ob e-rack, e-cage, e-suite oder e-area, für jeden ist das Richtige dabei. Beliebt ist auch unser Pay-as-you-grow-Modell: Da beginnen Sie mit einem Rack und wenn Sie mehr Speicherplatz brauchen, mieten Sie einfach ein Zweites dazu. Platz haben wir genug. Ein weiterer Vorteil, von dem alle Kunden gleichermaßen profitieren besteht darin, dass unsere Systeme und Prozesse auf die sensibelste Klientel ausgerichtet sind. Trotzdem können alle Kunden uneingeschränkt die hochverfügbare und sichere Infrastruktur nutzen.

BTS: Neben dem Betrieb bieten Sie die Planung und den Bau von Rechenzentren an. Richtet sich dieses Angebot nur an den Drittmarkt oder bauen Sie auch Ihre eigenen Rechenzentren selbst?

W. Meyer-Mölck: Mit Ausnahme dreier 2005 zugekaufter Rechenzentren, die wir als Colocation-Center führen, betreiben wir unsere Data Center in Purpose-built Buildings, also in Gebäuden, die eigens für den Zweck Rechenzentrum geplant und gebaut wurden. Damit differenzieren wir uns von unseren Wettbewerbern, die für den RZ-Betrieb häufig Gebäude nutzen, deren Hülle vorher etwas anderes war und die man nachträglich zum Rechenzentrum umgewandelt hat.

BTS: Wie lange bauen Sie an einem neuen RZ?

W. Meyer-Mölck: Mit Grundstückssuche, Stromanbindung herstellen, Baugenehmigung erwirken etwa zwei Jahre, aber ab Baugenehmigung etwa ein Jahr bis zur betriebsfertigen Übergabe.

BTS: Das ist schnell.

W. Meyer-Mölck: Das liegt daran, dass wir sowohl bei der Planung als auch beim Baumanagement ausschließlich mit eigenen Leute arbeiten. Nur ganz wenige Tätigkeiten vergeben wir an Drittfirmen. Darüber hinaus haben wir inzwischen die Planung genauso wie die Prozesse optimiert.

BTS: Alles selbstmachen. Ist das ein Teil Ihres Erfolgsrezepts?

W. Meyer-Mölck: Es gehört in jedem Fall dazu. E-shelter hat eine hohe Fertigungstiefe. Wir sind überzeugt, dass unsere Prozesse am zuverlässigsten funktionieren, wenn wir viel von dem was wir tun, selbst tun.

BTS: Wie rechnen sich die hohen Investitionen, die das Selbermachen verursacht?

W. Meyer-Mölck: Unser Campuskonzept ist die Antwort auf Ihre Frage. Es basiert im Kern darauf, dass wir große Grundstücke als Standorte wählen, auf die wir dann mehrere Rechenzentren bauen. Selbst wenn jedes Data Center technisch gesehen autark arbeitet. Dass wir die entstehenden Skaleneffekte, die Betriebs- und Sicherheitsmannschaft, die Gebäudeleittechnik und die vielen anderen Betriebskomponenten auf viele Kunden in vielen Gebäuden umlegen können, macht das Ganze wirtschaftlich.

BTS: Ist gutes Personal für Sie schwer zu finden? Berufsgruppen wie Ingenieure, Techniker oder Informatiker sind sehr gefragt.

W. Meyer-Mölck: Ja, wir haben gerade im Bereich Kälte- und Elektrotechnik neue Wege gehen müssen und gezielt Ingenieure aus dem europäischen Ausland angeworben. Auch für unseren Standort in der Schweiz, die einen kleinen Arbeitsmarkt hat, ist qualifiziertes Personal mit Berufserfahrung schwer zu finden.

BTS: Das Thema „Energieeffizientes Rechenzentrum“ begleitet Ihre Branche auf Schritt und Tritt. Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit beim Energieverbrauch zu verbessern?

W. Meyer-Mölck: Wir sind immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. Wir installieren im Jahrestakt neue Technologien. Es gehört zu unserem Betriebskonzept, dass wir unsere Gebäudetechnik kontinuierlich auf den neuesten Stand bringen. Eine Maßnahme habe ich bereits vorgestellt: e-shelter als Energieversorger. Wir beziehen unseren Strom direkt von der Leipziger Energiebörse. Wenn der Kunde es also wünscht, können wir ihn zu 100 Prozent mit Öko-Strom versorgen.

BTS: Ob Ökostrom oder normale Elektrizität, der Verbrauch an elektrischer Energie im Rechenzentrum ist enorm. Welche weiteren Einsparmöglichkeiten sehen Sie beim Stromverbrauch?

W. Meyer-Mölck: Im RZ-Bereich haben wir bei der Stromversorgung Wirkungsgrade jenseits der 90 % erreicht. Da können wir nur noch minimal was in Richtung Effizienztechnologie machen. Innovation und damit Entwicklung hinsichtlich Energieeffizienz findet bei der Kühlung statt. In unserem neuesten Rechenzentrum in Rüsselsheim setzen wir eine adiabatische Außenluftkühlung ein, die circa 30 % der Energiekosten zur Kältegewinnung gegenüber herkömmlicher Kühlung einspart. Außerdem nutzen wir an vielen Standorten die Abwärme aus den Rechenzentren zur Beheizung von Gebäuden.

BTS: Neben dem Umweltaspekt bedeutet weniger Energieverbrauch geringere Kosten. Das freut sicher Ihre Kunden: Denn fünf Cents pro Kilowatt können für Unternehmen mit hohem Energieverbrauch viel Einsparpotenzial bedeuten.

W. Meyer-Mölck: Ganz genau. Zumal wir in Deutschland im europäischen Vergleich mit die höchsten Strompreise haben. Das hat schon dazu geführt, dass sich große Global Player bei der Standortwahl für ein Rechenzentrum gegen Deutschland entschieden haben und damit auch gegen uns. Folglich haben wir ein starkes kaufmännisches Motiv, um am Thema Energieeffizienz dranzubleiben und unseren Standort in Deutschland attraktiv zu halten.

BTS: Die starke Nachfrage nach IT-Kapazitäten, speziell in Verbindung mit Cloud Computing führt aktuell zu einem Boom in der RZ-Branche. Wie meinen Sie wird sich diese Nachfrage weiter entwickeln?

W. Meyer-Mölck: Die Nachfrage wird weiter steigen. Der Grund dafür sind Markttreiber wie die IT-Re-Zentralisierung. Im Gegensatz zu den 1990er Jahren, in denen man IT-Strukturen dezentral auslagerte, verfügen wir heute über die Technologien um Infrastrukturen wieder zentral abzulegen. Zentrale IT heißt zentrale Lagerorte für die IT und das heißt zentrale Rechenzentren.

BTS: Welche weiteren Markttreiber sehen Sie?

W. Meyer-Mölck: Es gibt kaufmännisch gesehen einen Outsourcing-Trend. Unternehmen neigen dazu, ihr knappes Kapital nur noch für das eigene Kerngeschäft einzusetzen. Der Chemiekonzern investiert sein Kapital in chemische Anlagen, nicht mehr in ein eigenes Rechenzentrum. Hier spielt das Thema Sicherheit mit rein. Was tut der Chemiekonzern mit dem eigenen Rechenzentrum, bei einem Chemieunfall, wenn das Gebiet inklusive RZ gesperrt wird und kein Techniker mehr Zugang hat? Solche Risiken will kein Unternehmen mehr tragen. Bei e-shelter überlegen wir bei jeder Standortwahl penibel, wo wir ein Rechenzentrum platzieren und wie wir dort unsere Infrastruktur verteilen. Ein Chemieunfall würde bei uns nie zu einer Unterbrechung der IT-Infrastrukturen führen.

BTS: Spielt der Energieeffizienz-Trend beim Outsourcing auch eine Rolle?

W. Meyer-Mölck: Auf jeden Fall. Selbst wenn sich ein Unternehmen für den Bau eines eigenen RZ entscheidet, wie will es mit den ständigen technischen Neuerungen Schritt halten? Wir sitzen in Deutschland auf einer gigantischen Legacy-Infrastruktur alter, energieineffizienter firmeneigener Rechenzentren. Eins nach dem anderen wird abgeschaltet und wandert in ein Outsourcing-Rechenzentrum.

BTS: Ihr Unternehmen steht im aktuellen Markt sehr gut da. Wie sieht Ihre Strategie aus, um auch in der Zukunft ganz vorne mit dabei zu sein?

W. Meyer-Mölck: Unsere Ausgangssituation ist extrem gut. In Deutschland besitzen wir im RZ-Bereich die Marktführerschaft. In den nächsten Jahren wollen wir weiter wachsen. Dafür bauen wir jedes Jahr ein bis zwei neue Rechenzentren. In der geografischen Ausweitung konzentrieren wir uns momentan noch auf den deutschsprachigen Raum. Durch die bevorstehende Marktsättigung wollen wir jedoch zukünftig stärker in Richtung Osten wachsen. Wien, wo wir gerade ein neues Rechenzentrum planen, ist ein erster Schritt dazu. Weiterhin beabsichtigen wir die Ausweitung unserer Geschäftstätigkeit um den Bereich Colocation und wir bauen zurzeit ein Partnernetzwerk auf, mit dessen Hilfe wir am Markt noch präsenter werden wollen.

BTS: Herr Meyer-Mölck, herzlichen Dank für das Interview.

Wie unsere Infrastruktur im Rechenzentrum aussieht haben wir im Blog beschrieben.

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Kiki Radicke
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